Mittwoch, 8. Sep. 2010



Die bedrohte Einheit des Selbst - Dissoziative Fähigkeiten und dissoziative Störungen

Jana Reddemann

4. Wieslocher Therapietage
16. bis 18. September 2010

Eine Kooperation der Akademie im Park mit dem Wieslocher Institut für systemische Lösungen (WISL)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

selbst in Fachpublikationen herrscht eine verwirrende Vielfalt der Verwendung des Begriffs Dissoziation. Dissoziationen als veränderte Bewusstseinszustände gibt es als Alltagsphänomen, als Symptom von psychischen Erkrankungen und im Rahmen komplexer Störungen der Identität mit vielfältigen Ausprägungsformen.

Sie sind Zeichen unserer Fähigkeit zur Vielheit, überlebensnotwendige Reaktion in traumatischen Situationen und – als Krankheitsbild – für PatientInnen wie BehandlerInnen gleichermaßen verstörende und herausfordernde Zustände, bei denen schwere, traumatisierende Erfahrungen in der Kindheit eine wesentliche Rolle spielen.
Erst in jüngerer Zeit werden verbindliche Diagnose- und Behandlungstechniken erarbeitet, und die wissenschaftliche Entwicklung in diesem Bereich ist im Fluss.

Wir möchten HelferInnen und BehandlerInnen aus sozialen Einrichtungen, Kliniken, medizinischen und psychotherapeutischen Praxen einladen, sich über den Wissensstand zum Thema zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für den beruflichen Alltag mitzunehmen.
Dabei sehen wir das Thema eingebettet in beschleunigte Wandlungsprozesse der Gesellschaft. „Mit sich selbst im Einklang sein“, als Person mit Körper, Geist und Seele – das wird immer schwieriger, gelten doch sowohl im Privatleben als auch in beruflichen Feldern Flexibilität, Veränderung und Selbstoptimierung als Ideale, in denen – neben den vielen Möglichkeiten von Sinnfindung und Selbstverwirklichung – auch die Tendenz zu Überforderungsgefühlen, Selbstentfremdung, Selbstwert- und Identitätskrisen angelegt ist.

Diese werden uns künftig vor grundlegende kulturelle, wissenschaftliche und therapeutische Aufgaben stellen, denen wir uns am besten aus verschiedenen Perspektiven, mit integrierenden Sichtweisen und schulenübergreifend stellen.

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Diana Drexler, Ulrike Reddemann und Daniela Spring


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