Personzentrierte Pflege von Menschen mit Demenz

Termin
11.04.-12.04.2022
Weitere Termine siehe unten!

Referent
Christian Müller-Hergl
WEITERE INFORMATIONEN

Seminarnummer
222-22

Kursgebühr
Frühbucherpreis: 430,00 € Nur noch 16 Tage
Regulärer Preis ab 11.02.2022: 495,00 €

Seit einigen Jahren haben personzentrierte Ansätze in der Arbeit mit Menschen mit Demenz, der Entwicklung in England und den USA folgend, auch in Deutschland Raum gegriffen. Leitende Vorstellung hierbei ist, Menschen mit Demenz in ihrem Personsein zu begegnen und einen Kontakt auf der ihnen möglichen Verstehensebene herzustellen. Personsein wird sozial vermittelt und erfordert die Bestärkung selbstwert-wichtiger Selbstbilder und Rollen. Nach Tom Kitwood ist dies innerhalb der pflegerischen Begegnung selbst zu leisten u.a. durch Verhandeln, Zusammenarbeit, Machtverzicht, zweckfreie Präsenz und Facilitation.
Personzentrierte Zugänge verstehen Demenz in erster Linie als Wiederkehr schicksalhafter Abhängigkeit im Alter, oft im Zusammenhang mit der Reaktualisierung alter Konfliktmuster und Kränkungen. Demenz wird somit zu einer existenziellen Herausforderung für die betroffene Person, aber auch für die Angehörigen und Pflegenden /Betreuenden. Der Krankheitsaspekt ist nur eine Facette des Geschehens. Menschen mit Demenz entwickeln einen anderen Zugang zu sich, zu anderen, zur Welt, drücken sich u. a. künstlerisch aus, haben oft eine Auffassung und Einstellung zu ihrer neuen Daseinsweise und gestalten sie auch. Sie sind nicht nur Opfer und Objekte, setzen sich mit ihrer Demenz sehr unterschiedlich aktiv auseinander, sind demnach Subjekte des Geschehens.

Personzentrierte Ansätze greifen in der Regel vier für die Beziehungsgestaltung wichtige Ebenen auf:

  1. die Werthaltung gegenüber der Person
  2. die Individualität in den Zugangsweisen und Pflegestilen
  3. die empathische Identifikation und Perspektivenübernahme
  4. das Angebot sozial stabilisierender Rollen (VIPS-Modell nach D. Brooker)

Konkret erfordert dies einen Beziehungsstil, der möglichst viel Konvergenz, Sicherheit und Stabilität herstellt, gegebenenfalls auch einfühlend widerspricht, den depressiven Aspekten entgegenwirkt, ein gehaltvolles Beziehungsangebot aufrecht erhält (‚quality relations’) sowie herausforderndes Verhalten und Psychosen als Selbstbehauptungsstrategien versteht. Äußerungen sowie Verhalten werden primär als Selbstausdruck und nicht nur als Krankheitssymptom begriffen.

Zentrales Merkmal aller personzentrierten Ansätze ist die Bedeutsamkeit von Beziehung und Kontakt. Menschen mit Demenz leben vermehrt aus einer engen Bindung heraus und benötigen dabei ein Gegenüber, das diese 'elterlichen' Themen aufnimmt, ohne regressives Verhalten sekundär zu verstärken (z. B. durch Infantilisieren). Der Umgang mit Menschen mit Demenz stellt damit nicht nur eine fachliche, sondern auch eine menschliche Anforderung dar auf die wir kulturell wenig vorbereitet sind. Altenpflegende sind damit auch Entdecker und Gestalter einer neuen, unbekannten Form menschlicher Begegnung.

Ziele
Einüben der Fähigkeit, die Beziehung zu alten Menschen mit Demenz zu reflektieren, bewusst zu gestalten und für eine angemessene Umgebung Sorge zu tragen

Methoden
Präsentation, Gruppenarbeit, Fallbesprechungen, Filmanalysen

Zielgruppe
Pflegepersonen und Personen, die Menschen mit Demenz betreuen

Maximale Teilnehmerzahl
10

Termine / Folgeseminare

11.04.-12.04.2022

jeweils 9.00 - 17.00 Uhr

 

Referent

Christian Müller-Hergl

Dipl.-Theol., BPhil, Altenpfleger, DCM-Strategic Lead

Details

Sie haben Fragen?

Inga Weise
Bildungsreferentin

Telefon: 06222 55-2752
inga.weise@akademie-im-park.de

Das Seminar wurde ihrer Merkliste hinzugfügt