Pflege von Menschen mit Depression im Alter

Termin
12.11.-13.11.2019
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Referent
Christian Müller-Hergl
WEITERE INFORMATIONEN

Seminarnummer
192-24

Kursgebühr
430,00 €

Während in den letzten Jahren das Thema Demenz umfassend bearbeitet wurde und viele Fortbildungen Ansätze für den Umgang vermittelten, stellt das Thema Depression im Alter immer noch ein Stiefkind in der Fortbildungslandschaft dar. Besonders Betreuende sehen sich im Alltag vielfach mit depressiven Zustandsbildern konfrontiert: Rückzug, Missmut, ärgerlich-abwehrende Grundhaltung, Klagsamkeit, nichts scheint die Person zufrieden stellen zu können. Dies löst bei Pflegenden und Betreuenden nicht selten eine ähnliche Reaktion aus: man fühlt sich genervt, verärgert, entmutigt, energielos und distanziert sich am Ende. Oft geschieht da eher auf stille Weise: man spricht die Person weniger an, macht nur das Nötige, geht weniger auf die Anliegen ein oder versucht, dem Kontakt zu ‚entrinnen’. Beide Seiten teilen das Gefühl: ‚das bringt ja doch nichts’.

Depressivität im Alter taucht selten isoliert auf: funktionale Einbussen, Schmerzen, Verluste, Ängste bilden oft den Hintergrund für depressive Phänomene, die sich nicht selten körperlich ausdrücken. Ärzte werden aufgesucht, es wird ‚nichts’ gefunden und die Person fühlt sich nicht ernst genommen. So muss sie ihre Klagsamkeit steigern, die Unzufriedenheit eindrücklicher machen; eben dies aber verstärkt den Rückzug der Versorgenden. Auf der einen Seite nimmt der Wunsch zu, regressiv-mütterlich versorgt zu werden, auf der anderen Seite wächst aber die Unfähigkeit, das Geleistete zu würdigen, Dankbarkeit bzw. Zufriedenheit zu zeigen und zu einem angemessenen, realistischen Urteil über sich zu kommen. Viele Dynamiken zwischen Pflegenden /Betreuenden und ihren Klienten lassen sich in dieses Grundmuster einordnen.

Für Betreuende gilt es in erster Linie, zu einem vertieften Verständnis der depressiven Beziehungsdynamik zu kommen. Dies bildet die Grundlage für einen positivierenden Umgang, in dem die nicht depressiv besetzten Anteile gefördert und den depressiven Anteilen mit Verständnis begegnet werden. Wichtig ist eine reflektierende Grundhaltung, die genügend Distanz ermöglicht, um Nähe herstellen zu können. Ein verlässliches, zugewandtes, konstruktives, nicht-depressives Gegenüber ist für eine Person mit Depression der wichtigste Kontextfaktor. Genau hier liegt die Aufgabe von Betreuungskräften.

Inhalte:
Symptome der Depression, Depressionsverständnisse, tiefenpsychologischer Ansatz der Depression, Depression in der Hochaltrigkeit, Depression und Apathie, Depression und Organisation, Umgang mit Menschen mit Depression, das Konzept der stellvertretenden Hoffnung, Mitgefühl mit Distanz, die Depressivität der Pflegenden, Depressivität und Selbstpflege.

Ziele:
Einüben der Fähigkeit, die Beziehung zu depressiven alten Menschen zu reflektieren, bewußt zu gestalten und für eine angemessene Umgebung Sorge zu tragen.

Methoden:
Präsentation, Gruppenarbeit, Rollenspiele, Assessmentübungen, Fallbesprechungen

Zielgruppe
Examinierte Pflegefachkräfte, Betreuer mit Abschluss in einem Sozialberuf, Pflegende und Betreuer, die mit gerontopsychiatrisch veränderten Menschen mindestens zwei Jahre gearbeitet haben

Maximale Teilnehmerzahl
20

Termine / Folgeseminare

12.11.-13.11.2019
9.00-17.00 Uhr

Referent

Christian Müller-Hergl

Dipl.-Theol., BPhil, Altenpfleger, DCM-Strategic Lead

Details

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Inga Weise
Bildungsreferentin

Telefon: 06222 55-2752
inga.weise@akademie-im-park.de

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