Achtsamkeit und Vergänglichkeit – was wirklich trägt

„Sag mir, was hast du vor mit deinem einen wilden und kostbaren Leben?“ Aus: The Summer Day von Mary Oliver

Wie verändert sich unser Leben, wenn wir uns bewusst machen, dass nichts selbstverständlich und unsere Zeit nicht unbegrenzt ist? Kann die Hinwendung zur Vergänglichkeit uns helfen, das Kostbare klarer zu sehen, wacher zu leben und leichter loszulassen?

Vergänglichkeit gehört zu den grundlegenden Erfahrungen unseres Lebens. Der Körper verändert sich, Beziehungen und Lebensphasen wandeln sich, Möglichkeiten entstehen und vergehen. Obwohl wir es wissen, leben wir oft, als bliebe das Vertraute selbstverständlich bestehen – und als hätten wir unbegrenzt Zeit. In der Achtsamkeitspraxis ist die Hinwendung zur Vergänglichkeit nicht als düstere Betrachtung gemeint. Sie kann uns aus Gewohnheit und Aufschub herausführen und empfänglicher machen für das, was jetzt da ist. Was nicht festgehalten werden kann, verliert dadurch nicht an Wert. Gerade seine Endlichkeit lässt uns erkennen, wie kostbar ein Mensch, eine Erfahrung oder ein Augenblick ist. Zugleich stellt sich die Frage, was uns trägt, wenn äußere Bedingungen sich verändern. Beziehungen, Gesundheit, Aufgaben und Zugehörigkeit geben Halt und Sinn – und doch sind auch sie nicht unveränderlich. In der spirituellen Praxis können wir Qualitäten entwickeln, die uns im Wandel begleiten: Wachheit, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl, Mut, Vertrauen und die Bereitschaft, neu zu beginnen.

Achtsamkeit eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem wir das Entstehen und Vergehen unmittelbar wahrnehmen können – im Atem, im Körper, in Gefühlen und Gedanken. Indem wir nicht sofort festhalten oder wegschieben, kann eine andere Beziehung zum Wandel entstehen: offener, klarer und dem Leben zugewandt.

  • Wie können wir Vergänglichkeit an uns heranlassen, ohne von Angst, Traurigkeit oder dem Wunsch nach Kontrolle bestimmt zu werden?
  • Was ist uns wirklich wichtig – und bekommt es in unserem Leben genügend Zeit und Aufmerksamkeit? Was möchten wir nicht länger aufschieben?
  • Was trägt uns im Wandel? Und wie kann die Achtsamkeitspraxis Wachheit, Mitgefühl, Dankbarkeit und eine klare Ausrichtung des Herzens stärken?

Das Seminar gibt Raum für:

  • Gemeinsame Übungspraxis mit Sitz- und Gehmeditation, Body Scan, Metta und Phasen der Stille
  • Austausch und Reflexion zur eigenen Achtsamkeitspraxis und zu Erfahrungen mit Veränderung
  • Kontemplationen zu Vergänglichkeit, Loslassen, Dankbarkeit und der Frage, was wirklich trägt
  • Impulse für den Alltag – Peeraustausch

Methoden
Meditationspraxis in der Gruppe, Phasen des Schweigens, theoretischer Input, Selbsterfahrungsaustausch, Gruppendiskussion und Peeraustausch.

Zertifizierung
Für das Seminar werden von der LPK voraussichtlich 19 Punkte angerechnet.

Termin
05.03.-07.03.2027
1. Tag: 16.00-20.00 Uhr
2. Tag: 9.00-17.00 Uhr
3. Tag: 9.00-13.00 Uhr

Referentin
Petra Meibert

Seminarnummer
271-40

Kursgebühr
Frühbucherpreis: 370,00 €
ab 05.02.2027: 410,00 €

Zielgruppe
Menschen mit Erfahrungen in der Achtsamkeitsmeditation z. B. im Rahmen eines Achtsamkeitstrainings o.ä.

Maximale Teilnehmerzahl
22

Referentin
Petra Meibert

Diplom-Psychologin, Dozentin, MBSR-, MBCT- und MBPM-Ausbilderin und Autorin

Sie haben Fragen?
Inga Weise Bildungsreferentin