Curriculum Ego-State-Therapie (S1): Mit Ego-States Kontakt aufnehmen und den Raum der Ressourcen erweitern

Termin
18.01.-19.01.2019
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Referent
Dr. Helmut Rießbeck
WEITERE INFORMATIONEN

Seminarnummer
191-01-S1

Kursgebühr
355,00 €

Einführung
Bei der Ego-State-Therapie wird ein Energie- und Teilemodell der Persönlichkeit zugrunde gelegt (Frederick, 1994, Phillips & Frederick 1995, Watkins & Watkins, 1997). Die Persönlichkeit wird dabei als ein dynamisches System von Selbstanteilen verstanden, die durch mehr oder weniger durchlässige Grenzen voneinander getrennt sind.

Die Annahme, dass die menschliche Persönlichkeit aus mehreren Teilen, Ich-Zuständen oder Subselbsten zusammengesetzt sei, ist nicht neu und wurde von vielen bedeutenden Theoretikern und Klinikern vertreten, wie P. Janet, C. G. Jung und Milton H. Erickson. In der psychotherapeutischen Landschaft lässt sich eine Reihe von Teile-Modellen finden, die auf dieser Grundannahme beruhen. John und Helen Watkins konzeptualisierten in den neunziger Jahren das Modell der Ego-State-Therapie. Sie griffen dabei auch besonders auf tiefenpsychologische, hypnotherapeutische und dissoziationspsychologische Konzepte zurück. Die Grundhaltung, dass jedes Individuum einzigartig ist und über wichtige Ressourcen verfügt, spielt in diesem Ansatz eine bedeutende Rolle.

Jeder Ego-State wird als ein anpassungsfähiges Mitglied eines inneren Systems betrachtet, das sich auch als innere Familie oder Gruppe beschreiben ließe. Ego-States zeichnen sich durch eigene Wahrnehmungen, Gefühle, Überzeugungen, Körperzustände und Bedürfnisse aus. Sie können zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Anlässen im Leben eines Menschen entstehen. Das heißt, Ego-States existieren bei jedem Menschen, also auch im sogenannten Bereich normalen Erlebens. Ego-States haben spezifisch, schützende und auf bestmögliche Anpassung ausgerichtete Funktionen. Die Entstehung und Funktion der Ego-States steht eng mit Bindungserlebnissen, Lernerfahrungen, kritischen Lebensereignissen und traumatischen Erfahrungen in Zusammenhang.

Eine Pathologie zeigt sich gewöhnlich dann, wenn Konflikte oder ein Mangel an Kooperation zwischen den Ego-States auftreten. Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Integration, die als ein Zustand verstanden wird, in dem die einzelnen Ego-States in respektvoller und vollständiger Kommunikation miteinander stehen und in harmonischen und kooperativen Beziehungen miteinander existieren. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen vielfältige spezifische Interventionen zur Verfügung. In die phasenorientierte Arbeit mit der Ego-State-Therapie lassen sich darüber hinaus verschiedenste psychotherapeutische Methoden kreativ integrieren. Die Ego-State-Therapie ist neben ihrer Anwendung als ressourcenaktivierende Traumatherapiemethode auch zur Behandlung eines breiteren Störungsspektrums sehr gut geeignet.

Zertifizierung
Alle Kurse sind für das Zertifikat von Ego-State-International anrechenbar. Für die int. Zertifizierung ist der Nachweis von Gruppensupervision (16 UE) und Einzelsupervision (4 UE) notwendig. Die erforderlichen Einzelsupervisionsstunden können bei den Referent_innen jeweils nach Möglichkeit am Vortag der Seminare vereinbart werden. Im ersten Seminar wird auch eine Supervisionsgruppe geplant werden. Die Supervisionen finden in der Akademie im Park statt. Von Dr. Rießbeck erhalten Sie eine Gesamtbescheinigung nach Teilnahme an den Seminaren 1-6. Für die int. Zertifizierung sind zusätzlich 2 Spezialseminare (je 16 UE) erforderlich.

Voraussetzungen
Eine weitere Voraussetzung ist eine hypnotherapeutische Grundausbildung (mind. 64 UE). Sie muss bei einer durch die International Society of Hypnosis (ISH) anerkannten Fachgesellschaft absolviert werden. Sie finden die Ausbildungsbedingungen auf der Homepage von Ego State Therapie Deutschland (www.est-a.de).

Inhalte
Im Seminar wird den Teilnehmenden die Ideengeschichte, die theoretischen Ansätze, Methoden und Behandlungsstrategien der Ego-State-Therapie praxisnah und abwechslungsreich vermittelt. Durch Demonstrationen und Übungen sehen wir, wie ressourcenreiche Ego States aktiviert und für das innere System nutzbar gemacht werden. Daneben werden die verschiedenen Kommunikationsstile erprobt mit dem Wechsel zwischen Innen- und Aussenfokussierung. Die Teilenhmenden erhalten Zugang zu einem breiten Feld imaginativen Arbeitens. Damit werden Möglichkeiten geschaffen ressourcentragende und konfliktbehaftete oder belastete Ego States lösungsorientiert miteinander in Verbindung zu bringen.
Alle therapeutischen Prozesse basieren auf den Grundsätzen der Achtung der Würde und Selbstbestimmtheit von Patient_innen. Das Seminar bietet die Möglichkeit erste Schritte der Ego-State-Therapie unmittelbar anzuwenden, also in die eigene psychotherapeutische Arbeit einzubinden. Es soll auch Lust darauf machen, sich mehr mit diesem Ansatz und seinen vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten zu beschäftigen. Der Kurs ist als S1 Seminar für das Zertifikat von Ego State International anrechenbar.

Zertifizierung:
Pro Seminar werden von der LPK 20 Punkte angerechnet.

Informationen zum Seminar 2 finden Sie hier >.

Die Seminare können einzeln gebucht werden, ihre Inhalte bauen aufeinander auf. Details zur Ausbildung finden Sie auf http://est-a.de/

Zielgruppe
Voraussetzung zur Seminarteilnahme ist die Qualifikation als ärztl. oder psycholog. Psychotherapeut_in oder als app. Kinder- und Jugendtherapeut_in. Ausnahmen und spezielle Bedingungen müssen mit der Kursleitung vor Seminarbeginn geklärt werden.

Maximale Teilnehmerzahl
30

Termine / Folgeseminare

18.01.-19.01.2019
1. Tag: 10.00-18.00 Uhr
2. Tag: 9.00-17.00 Uhr

Referent

Dr. Helmut Rießbeck

Anerkannter Trainer von Ego State Therapy International (ESTI). Tiefenpsychologisch fundierter Ärztlicher Psychotherapeut – Psychotraumatologie

Details

Sie haben Fragen?

Inga Weise
Bildungsreferentin

Telefon: 06222 55-2752
inga.weise@akademie-im-park.de

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